Aufführung der "Räuber" ins rechte Licht gesetzt
Meinerzhagener Zeitung 23.02.2007
Beeindruckende Leistung der Theatergruppe des Gymnasiums. Erstmals kommt von der Volksbank gesponserte Licht-Traverse bei Bühnenausleuchtung zur Geltung.
Von Erna Schmidt
Meinerzhagen Sie dominiert jetzt das Erscheinungsbild der Aula des Evangelischen Gymnasiums auf dem Bamberg: Die von der Volksbank gesponserte Licht-Traverse. In ganz neuem Licht also präsentierte die Theatergruppe der Schule am Donnerstag den Klassiker "Die Räuber" von Friedrich Schiller.
Im voll besetzten Raum begrüßte Schulleiter Heinz-Herrmann Haar den Vorstandschef des Geldinstituts, Norbert Laufer und dessen Marketingmitarbeiterin Christiane Schürmann. Auf eine "fruchtbare Zusammenarbeit im Interesse der Schüler" verwies Haar, etwas in Sachen "finanzielles Erwachsenwerden" oder Bewerbungen und bedankte sich für die neuerliche, sehr willkommene Unterstützung, durch die in der Aula bei Veranstaltungen nun für beste Lichtverhältnisse auf der Bühne gesorgt werden kann.
"Life is fragile", "Leben ist zerbrechlich" - titelte das erste Bühnenbild. Groundiger Bass-Sound und zunächst coole, randalierende Kids traten den Beweis an und fegten es hinweg.
"Die Räuber" gliedert sich in fünf Akte, die jeweils in zwei bis fünf Szenen unterteilt sind. Das Stück wurd 1781 veröffentlicht und am 13.Januar 1782 in Mannheim uraufgeführt. Punkige Fragmente und entsprechende Musik schlugen den Bogen zum Hier und Heute. Es begann mit chaotischen Nachrichten, vom jüngeren Franz von Moor verfälscht, gezielt eingesetzt und somit geeignet, den erstgeborenen, ranghöheren Bruder Karl "vom Herzen des Vaters loszureißen". Damit bildete die erste Untat des Franz den Auftakt zu einer unheilvollen Kette von Aktionen und Reaktionen, in der die ungleichen Charaktere der Brüder Felix Girke (karl) und André Fuchs (Franz) herauszuarbeiten waren. Dabei ist der vom Vater geliebte Karl als Student ein "Bruder Leichtfuß", unbekümmert, enthusiastisch und impulsiv. Er leistet sich Scharmützel, fliegt von der Akademie, es reut ihn, er möchte zurück. Der sich ungeliebt und benachteiligt fühlende Franz wittert seine Chance und nutzt sie. Er verhindert die versuchte Kontaktaufnahme, lanciert sogar die Nachricht vom Ableben des Bruders. Damit treibt er den Vater zur Verzweiflung, gar in den vermeintlichen Tod und nimmt dessen Stelle als regierender Graf ein. In einer Art Universalhass sucht er auch Karls Braut Amalia in seine Gewalt zu bringen. Doch sie bleibt dem Totgeglaubten in Liebe und Treue verbunen.
Karl avanciert indessen zum Räuberhauptmann, im Glauben an eine gerechte Weltordnung. Hier also der Idealist, der bald des Mordens und Kämpfens überdrüssig scheint, dort der Materialist, der alles zu verncihten sucht, das sich ihm nicht unterordnet. Der eine rächt sich an einer Welt, von der er zuviel erwartet, der andere wütet darin, weil er sie verachtet. Die zentralen Figuren bringen ihre Prinzipien monströs einseitig, jedoch folgerichtig zur Entfaltung. Eine Sachgasse für beide und schließlich das fürchterliche Ende eines facettenreichen Dramas.
Allein schon unter dem sprachlichen Aspekt, vor allem aber durch überzegende schauspielerische Leistung, teils mit vollem Körpereinsatz erbracht, bewältigen die Akteure die Herausforderung des Bühnenwerks mit großer Bravour. Es applaudierte ein tief beeindrucktes Publikum!
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